Geschichte

Mit einem Startkapital von 500 Schweizer Franken, die ein Schweizer Kirschen-händler an die Gemeinde zu entrichten hatte und weiteren 500 Mark aus einer Spende von Herrn Ernst Streich, der in Amerika lebte, wurde am 18. Juli 1926 die Freiwillige Feuerwehr Eimeldingen gegründet. 55 Mann traten der Wehr bei. Die Ausrüstungsgegenstände wurden komplett neu beschafft, außer den Blusen, die jedermann selbst zu besorgen hatte.

Bereits 1929 erhielt die Wehr eine Lafettenmotorspritze der Firma Magirus zum Preis von 5200 Mark. Unterkunft fand die Ausrüstung der Wehr in einem Schopf in der Dorfstraße. Schon 1930 zog die Feuerwehr das erste Mal um. Die Gemeinde richtete beimSchulhaus aus einem umgebauten Stall ein neues Spritzenhaus her. Schon gleich nach der Gründung der Wehr entstand ein Spielmannszug unter der Stab-führung von Fritz Giesel. Wie lange dieser Spielmannszug bestand, ist leider nicht überliefert.

Die Wirren des 2. Weltkrieges sorgten dafür, dass die Wehr bis zum Kriegsende fast vollständig aufgelöst wurde. Karl Holstein begann deshalb nach seiner Entlassung aus der Gefangenschaft mit der Ausbildung und Führung der Eimeldinger einer Feuerwehrmannschaft, die nur aus Frauen bestand. Die Mädchen und Frauen im Alter zwischen 16 und 25 Jahren bewährten sich besonders im Winter 1944/45 beim Beschuss und den Bränden in Eimeldingen und Märkt. Nach dem Krieg gelang es wieder, eine Wehr mit 27 Männern aufzustellen und auch der technische Fortschritt der Nachkriegsjahre machte sich bei der Ausrüstung bemerkbar.

 So wurde diese durch eine Tragkraftspritze TS 8, eine Anhängeleiter AL 12 und einem Tragkraftspritzenanhänger TSA ergänzt. Zum 40 - jährigen Jubiläum im Jahre 1966 bestellte die Gemeinde ein Tragkraftspritzenfahrzeug TSF der MarkeFord; bei der Firma Metz in Karlsruhe. Mit diesem Fahrzeug wurde die Wehr unabhängig vom Einsatz von Traktoren für den Transport ihrer Tragkraftspritze. Dieses neue Fahrzeug begleitete die Wehrmänner bis ins Jahr 1997. Anlässlich des 50 -jährigen Jubiläums wurden der Mannschaft drei Atemschutzgeräte übergeben, die ersten Geräte dieser Art in der Eimeldinger Wehr. Die Geräte wurden aus der eigenen Kameradschafts-kasse finanziert.

1975 beschloss der Feuerwehrausschuss und die Gemeindeverwaltung, von der Firma Schusterinsel ein Fahrzeug, das sich im Umbau von einem normalen Lastwagen zu einem LF 8 befand, aufzukaufen und den Umbau weiterzuführen. Gleichzeitig wurde beschlossen, für die Unterbringung der Gerätschaft ebenfalls von der Firma Schusterinsel eine Fahrzeughalle mit zwei Stellplätzen zu erwerben.

 

In Hunderten von Arbeitsstunden wurde das Fahrzeug fertig gestellt und die Halle zwischen der Kander und den Bahngleisen aufgebaut. Die Vorbaupumpe für das neue LF 8 wurde von der Gemeinde anlässlich des 50 - jährigen Jubiläums der Wehr im Jahre 1976 gespendet. Am 31. August 1976 konnte die neue Fahrzeughalle bezogen werden.

 

 

In die Zeit der technischen Aufrüstung der Wehr fiel auch der Aufbau einer partner-schaftlichen Verbindung zur Feuerwehr im elsässischen Kötzingen. Auf Betreiben des ehemaligen Kreisbrandmeisters Leible wurde im April 1970 die Partnerschaft, die auch heute noch gepflegt wird, zwischen den beiden Wehren offiziell besiegelt. Unzählige Male hat man sich zu Spielen ohne Grenzen und anderen gemeinsamen Veranstaltungen getroffen.

Zur Tradition ist das Boule Spiel hinter dem Eimeldinger Gerätehaus am 1. Mai nach der Maiwanderung geworden. Leider kann jedoch an den Fingern einer Hand abgezählt werden, wie oft unsere Wehr bei diesem Wettkampf die Oberhand behalten hat. 1978 wurde die Sicherheit der Mitbürger durch eine zweite Sirene im westlichen Ortsteil weiter verbessert.

Im gleichen Jahr wurde durch die Gemeindeverwaltung das Dorffest ins Leben gerufen. Die Feuerwehr beschloss, als kulina-rische Spezialität suuri Leberli anzubieten: Dass damit der Geschmack vieler Festbesucher getroffen wurde, beweist der Verbrauch von drei Zentnern Leber gleich beim ersten Dorffest und noch bis heute kommen viele Festbesucher nur wegen dieser Spezialität zum Fest nach Eimeldingen. Das Äußere der Festbude wurde während der vielen Dorffestjahre immer wieder angepasst. Bestand diese anfangs aus einem einfachen Hilfsbauwerk, so steht seit 1982 eine speziell hergestellte Stahlkonstruktion mit Küchenanbau zur Verfügung. Auch der Umweltschutz findet beim Dorffest immer mehr Beachtung. Nachdem in den Anfängen noch Plastikgeschirr ausgegeben wurde, ist man seit einigen Jahren auf wieder verwendbares Porzellangeschirr umgestiegen, das mit dem Geschirrmobil der Feuerwehr Weil am Rhein angemietet wird. Der Erlös des Dorffestes dient vor allem der Finanzierung des alle zwei Jahre stattfindenden zweitägigen Ausfluges der Wehr. Dank vorbildlicher Organisation haben die Feuerwehrkameraden mit ihren Familien viele wunderschöne Wanderungen in Davos, Beatenberg oder Les Diablerets erlebt und sogar eine Wildwasser - Raftingtour auf dem Vorderrhein bei Reichenau bestanden. Ohne das Dorffest wären solche Aktivitäten kaum möglich.

Um die Kameradschaftskasse aufzubessern, leistete die Feuerwehr 1983 Außergewöhnliches. Im Bereich zwischen Rathaus und Kirche wurden damals Szenen zu dem Kinofilm "Eine Liebe in Deutschland" gedreht. Eigens dafür wurde der Straßenbelag mit einer dicken Sandschicht abgedeckt. Nach Abschluss der Dreharbeiten musste diese Sandschicht wieder beseitigt werden, und dafür engagierte das Filmteam die Feuerwehr. Bei hochsommerlichen Temperaturen wurde aus diesem Arbeitseinsatz eine muntere Wasserschlacht.