Geschichte

Veröffentlicht am Donnerstag, 05. Juli 2012 15:17

Mit einem Startkapital von 500 Schweizer Franken, die ein Schweizer Kirschen-händler an die Gemeinde zu entrichten hatte und weiteren 500 Mark aus einer Spende von Herrn Ernst Streich, der in Amerika lebte, wurde am 18. Juli 1926 die Freiwillige Feuerwehr Eimeldingen gegründet. 55 Mann traten der Wehr bei. Die Ausrüstungsgegenstände wurden komplett neu beschafft, außer den Blusen, die jedermann selbst zu besorgen hatte.

Bereits 1929 erhielt die Wehr eine Lafettenmotorspritze der Firma Magirus zum Preis von 5200 Mark. Unterkunft fand die Ausrüstung der Wehr in einem Schopf in der Dorfstraße. Schon 1930 zog die Feuerwehr das erste Mal um. Die Gemeinde richtete beimSchulhaus aus einem umgebauten Stall ein neues Spritzenhaus her. Schon gleich nach der Gründung der Wehr entstand ein Spielmannszug unter der Stab-führung von Fritz Giesel. Wie lange dieser Spielmannszug bestand, ist leider nicht überliefert.

Die Wirren des 2. Weltkrieges sorgten dafür, dass die Wehr bis zum Kriegsende fast vollständig aufgelöst wurde. Karl Holstein begann deshalb nach seiner Entlassung aus der Gefangenschaft mit der Ausbildung und Führung der Eimeldinger einer Feuerwehrmannschaft, die nur aus Frauen bestand. Die Mädchen und Frauen im Alter zwischen 16 und 25 Jahren bewährten sich besonders im Winter 1944/45 beim Beschuss und den Bränden in Eimeldingen und Märkt. Nach dem Krieg gelang es wieder, eine Wehr mit 27 Männern aufzustellen und auch der technische Fortschritt der Nachkriegsjahre machte sich bei der Ausrüstung bemerkbar.

 So wurde diese durch eine Tragkraftspritze TS 8, eine Anhängeleiter AL 12 und einem Tragkraftspritzenanhänger TSA ergänzt. Zum 40 - jährigen Jubiläum im Jahre 1966 bestellte die Gemeinde ein Tragkraftspritzenfahrzeug TSF der MarkeFord; bei der Firma Metz in Karlsruhe. Mit diesem Fahrzeug wurde die Wehr unabhängig vom Einsatz von Traktoren für den Transport ihrer Tragkraftspritze. Dieses neue Fahrzeug begleitete die Wehrmänner bis ins Jahr 1997. Anlässlich des 50 -jährigen Jubiläums wurden der Mannschaft drei Atemschutzgeräte übergeben, die ersten Geräte dieser Art in der Eimeldinger Wehr. Die Geräte wurden aus der eigenen Kameradschafts-kasse finanziert.

1975 beschloss der Feuerwehrausschuss und die Gemeindeverwaltung, von der Firma Schusterinsel ein Fahrzeug, das sich im Umbau von einem normalen Lastwagen zu einem LF 8 befand, aufzukaufen und den Umbau weiterzuführen. Gleichzeitig wurde beschlossen, für die Unterbringung der Gerätschaft ebenfalls von der Firma Schusterinsel eine Fahrzeughalle mit zwei Stellplätzen zu erwerben.

 

In Hunderten von Arbeitsstunden wurde das Fahrzeug fertig gestellt und die Halle zwischen der Kander und den Bahngleisen aufgebaut. Die Vorbaupumpe für das neue LF 8 wurde von der Gemeinde anlässlich des 50 - jährigen Jubiläums der Wehr im Jahre 1976 gespendet. Am 31. August 1976 konnte die neue Fahrzeughalle bezogen werden.

 

 

In die Zeit der technischen Aufrüstung der Wehr fiel auch der Aufbau einer partner-schaftlichen Verbindung zur Feuerwehr im elsässischen Kötzingen. Auf Betreiben des ehemaligen Kreisbrandmeisters Leible wurde im April 1970 die Partnerschaft, die auch heute noch gepflegt wird, zwischen den beiden Wehren offiziell besiegelt. Unzählige Male hat man sich zu Spielen ohne Grenzen und anderen gemeinsamen Veranstaltungen getroffen.

Zur Tradition ist das Boule Spiel hinter dem Eimeldinger Gerätehaus am 1. Mai nach der Maiwanderung geworden. Leider kann jedoch an den Fingern einer Hand abgezählt werden, wie oft unsere Wehr bei diesem Wettkampf die Oberhand behalten hat. 1978 wurde die Sicherheit der Mitbürger durch eine zweite Sirene im westlichen Ortsteil weiter verbessert.

Im gleichen Jahr wurde durch die Gemeindeverwaltung das Dorffest ins Leben gerufen. Die Feuerwehr beschloss, als kulina-rische Spezialität suuri Leberli anzubieten: Dass damit der Geschmack vieler Festbesucher getroffen wurde, beweist der Verbrauch von drei Zentnern Leber gleich beim ersten Dorffest und noch bis heute kommen viele Festbesucher nur wegen dieser Spezialität zum Fest nach Eimeldingen. Das Äußere der Festbude wurde während der vielen Dorffestjahre immer wieder angepasst. Bestand diese anfangs aus einem einfachen Hilfsbauwerk, so steht seit 1982 eine speziell hergestellte Stahlkonstruktion mit Küchenanbau zur Verfügung. Auch der Umweltschutz findet beim Dorffest immer mehr Beachtung. Nachdem in den Anfängen noch Plastikgeschirr ausgegeben wurde, ist man seit einigen Jahren auf wieder verwendbares Porzellangeschirr umgestiegen, das mit dem Geschirrmobil der Feuerwehr Weil am Rhein angemietet wird. Der Erlös des Dorffestes dient vor allem der Finanzierung des alle zwei Jahre stattfindenden zweitägigen Ausfluges der Wehr. Dank vorbildlicher Organisation haben die Feuerwehrkameraden mit ihren Familien viele wunderschöne Wanderungen in Davos, Beatenberg oder Les Diablerets erlebt und sogar eine Wildwasser - Raftingtour auf dem Vorderrhein bei Reichenau bestanden. Ohne das Dorffest wären solche Aktivitäten kaum möglich.

Um die Kameradschaftskasse aufzubessern, leistete die Feuerwehr 1983 Außergewöhnliches. Im Bereich zwischen Rathaus und Kirche wurden damals Szenen zu dem Kinofilm "Eine Liebe in Deutschland" gedreht. Eigens dafür wurde der Straßenbelag mit einer dicken Sandschicht abgedeckt. Nach Abschluss der Dreharbeiten musste diese Sandschicht wieder beseitigt werden, und dafür engagierte das Filmteam die Feuerwehr. Bei hochsommerlichen Temperaturen wurde aus diesem Arbeitseinsatz eine muntere Wasserschlacht.


Immer wieder ein Thema der Feuerwehr Eimeldingen sind die Leistungsabzeichen. So liest man in Protokollen der vergangener Jahre von den Anstrengungen zum Erwerb dieser Abzeichen. Zuletzt erlangten am 21. Juni 1997 zehn Mitglieder der Wehr das goldene Leistungsabzeichen. Drei Jahre in Folge hatten sie auf diesen Tag hingearbeitet. 1995 wurde in Haltingen das bronzene Abzeichen errungen. 1996 konnte die Gruppe auf heimischem Boden das Abzeichen in Silber erringen. Für das goldene Abzeichen musste man jedoch in einen anderen Landkreis ausweichen, da im Landkreis keine entsprechende Veranstaltung stattfand. In fremder Umgebung zeigten die zehn Kameraden in Kirchzarten - Burg, was man in Eimeldingen unter Perfektion versteht. Die Schiedsrichter sowie der Kreisbandmeister des Landkreises Breisgau - Hochschwarzwald waren von der Leistung der Gruppe so angetan, dass letzterer spontan nach den Wettkämpfen eine kleine Lobesrede am Tisch der Eimeldinger Wehrmänner hielt. Diese Leistung löste auch in den eigenen Reihen berechtigten Stolz aus, lag es doch 31 Jahre zurück, seit zum letzten Mal eine Eimeldinger Löschgruppe das goldene Leistungsabzeichen errungen hatte

Ein neues Problem stellte sich der Feuerwehr in den achtziger Jahren. Die Personaldecke der Wehr wurde immer dünner. Waren es im Jubiläumsjahr 1976 einschließlich der Alterswehr noch 39 Mitglieder, so schmolz die Zahl der Wehrmänner bis ins Jahr 1989 auf 19 aktive Wehrangehörige, die mit der Unterstützung von 16 Mann der Alterswehr den Brandschutz sicherstellten. Da in der Vergangenheit mehrere Mitgliederwerbeaktionen erfolglos geblieben waren, wurde mit der Gründung der Jugendwehr im September 1989 ein neuer Weg zur langfristigen Sicherstellung eines ausreichenden Personalbestandes beschritten. Zwölf Jugendliche traten bei der Gründung der Jugendwehr bei.


Sicher hat sich der Leser dieser Chronik bis hierher gefragt, ob es in Eimeldingen keine Feuerwehreinsätze zu verzeichnen gab. Selbstverständlich gab es diese und sie sollen deshalb nachfolgend behandelt werden. Neben der Beseitigung unzähliger Ölspuren, dem Ablöschen von Mülleimerbränden, der Beseitigung von Hochwasser - und Sturmschäden und der Erledigung all der anderen Aufgaben, die auf eine Feuerwehr immer wieder zukommen, waren auch einige größere Schadensfeuer, auch außerhalb unserer Gemeinde, zu bekämpfen. So wurde die Wehr z. B. 1979 zum Großbrand in der Firma Bochmann in Haltingen und zum Brand im Kalkwerk Istein gerufen.

Einen der wohl größten Brände in der Eimeldinger Feuerwehrgeschichte ist der Brand der Villa Roth, besser bekannt als "Bierkeller", am 23.Mai 1985. Schon am 5. März war die Wehr per Sirene dorthin gerufen worden. Stellte sich dieser Alarm noch als Fehlalarm heraus, so war der Sirenenalarm in den Nachstunden am 23. Mai dann ernster Natur. Das gesamte Dachgeschoss und der Dachstuhl standen in hellen Flammen. Erst nach drei Stunden war der Brand mit Hilfe der Feuerwehren aus Weil am Rhein und Haltingen unter Kontrolle.

 

 

Ein weiteres großes Schadensfeuer ereignete sich im Januar 2001. Der Dachstuhl des ehemals so benannten "Bundeshauses"; in der Dorfstraße stand in Vollbrand. Zwar war der Brand durch den beherzten Einsatz unserer Wehrleute und die mittlerweile sehr gute Ausrüstung der Wehr in kürzester Zeit unter Kontrolle, trotzdem musste die Freiw. Feuerwehr Weil am Rhein mit ihrer Drehleiter und die Freiw. Feuerwehr Fischingen zur Unterstützung bei der Wasserversorgung anrücken.

 

 

Am 31.10.2009 ereignete sich ein weiterer Brand einer Dachwohnung. Dabei gab es einen Schwerbrandverletzten. Schon beim Eintreffen der Eimeldinger Feuerwehr stand die komplette Wohnung in Vollbrand, so dass die Nachbarfeuerwehren des Vorderen Kandertals und die Feuerwehr Weil am Rhein mit Ihrer Drehleiter zu Einsatz kamen.

 

 

 

Ein weiterer Brand ereignete sich am 26.11.2013 an den sich viele Kameradinnen & Kameraden lange erinnern werden, da Sie selbst dort Ihre Konfirmation oder Hochzeit hatten. Nachts um 2:09 Uhr wurden wir und die Feuerwehr aus Fischingen zur evangelischen Kirche gerufen. Beim Eintreffen der Wehr drang Rauch aus dem Dach der Kirche. Sofort war klar, dass dieser Einsatz größer wird und es wurde daraufhin noch ein Löschzug der Feuerwehr Weil am Rhein nachgefordert. Durch die sofort eingeleiteten Löschmaßnahmen und der Überdruckbelüftung konnte die Ausbreitung des Feuers in den Dachstuhl verhindert werden. Ein Teil der Empore fiel den Flammen zu Opfer. Die Hitzeentwicklung war so groß, dass die Orgelpfeifen abgetropft sind. Auch der Ruß hat in der gesamten Kirche seine Spuren hinterlassen. Feuer aus wurde um 04:12 Uhr der Integrierten Leitstelle Lörrach gemeldet und die letzten Einsatzkräfte rückten um 12:00 Uhr von der Brandsicherheitswache ab. 

Das Aufgabengebiet der Eimeldingen Wehr hat sich in den letzten Jahren stark erweitert und kann Dank der modernen Ausrüstung auch erfolgreich abgedeckt werden. Heute gehört u.a. auch die Unfallrettung auf Teilstücken der A 98 sowie der B3 zu den Aufgaben unserer Wehr.

Mit dem Bau eines neuen, modernen Gerätehauses im Jahr 1990 sowie der Beschaffung von zwei neuen Löschfahrzeugen LF 16/12 im Jahre 1995 und 1999 sowie eines Mannschaftstransport-wagens MTW im Jahre 1997, wurden weitere zukunftsorientierte Grundbausteine für einen zuverlässigen, den Bürgern der Gemeinde Eimeldingen dienenden Brandschutz gelegt. Der bisherige Schulungsraum war neben dem neuen Geräthaus an der Grundschule angebaut. Da der Platzbedarf der Schule immer größer und noch eine Gruppe für die verlässliche Grundschule generiert wurde, mussten wir unseren schönen Schulungsraum und die zwei Lagerungsräume die als Kleiderkammer gedient hatten räumen, aber mit dem Versprechen der Gemeindepolitiker in der Tasche, dass wir einen neuen Schulungsraum, sowie eine neue Kleiderkammer direkt an das Gerätehaus angebaut bekommen.

Am 01.06.2008 wurde dann mit dem Anbau begonnen. Dieser fiel dann um einiges größer aus, da sehr viele Wünsche der Feuerwehr bei diesem Anbau realisiert wurden. Am 23.01.2009 konnte Kommandant Manfred Schamberger den Schlüssel für den Anbau von Herrn Bürgermeister Rupp entgegen nehmen und zwei Tage darauf der Öffentlichkeit, die vielen neu geschaffenen Räume vorstellen (Schulungsraum mit Küche, Kleiderkamer, Umkleide Damen, Jugendfeuerwehraufenthaltsraum mit Küche, zwei weitere Lagerräume).

Einen neuen MTW konnte Kommandant Torsten Ehrengarth mit einer kleinen Delegation in Rees Hafen bei der Fa.Pütting in Empfang nehmen und am gleichen Abend bei einer kleinen Feierstunde diesen direkt in Dienst stellen.